80. Auktion der Freunde Historischer Wertpapiere in Berlin, Sorat Hotel Spree-Bogen

Das SORAT-Hotel Spreebogen in Berlin war Ort der letzten Auktion der Freunde Historischer Wertpapiere in 2005. Mit 1.751 Losen wurde in der 80. Auktion der FHW den etwa 20 Besuchern ein breites Angebot an internationalen und nationalen Papieren präsentiert. Dabei besonders auch einige regionale Berliner Stücke, die lange nicht mehr zur Verfügung standen.

 

Gewohnt pünktlich begann Michael Weingarten um 11.00 Uhr im ADS Verfahren mit der Versteigerung des Auslandsteils. Dabei fiel auf, dass Israel und Russland dieses Mal besonders gefragt waren. Der Auslandsteil überhaupt verhältnismäßig gut beboten war. Nach einer kurzen Mittagspause folgte dann Deutschland vor ebenfalls etwa 20 Besuchern.

 

Hier dann das gewohnte Bild. Es fehlen die Interessenten im mittleren Preissegment und es wird sehr selektiv gekauft. Da bleibt dann auch manch wirklich gutes Stück liegen. Denn die Preise für Perpetuum Mobile und Unterweser Schlepp waren nun wirklich moderat angesetzt. DM dagegen weiter gut behauptet, wenn auch nicht mehr ganz so umkämpft.

 

Besondere Zuschläge:

 

Arkansas and Texas Land Company, New York , 1831 (1.600/1600)

New Arkansas and Texas Land Company, New York , 1833 (1.600/1.600)

Navigation de la Dronne, Bordeaux , 1835 (1.500/1.600)

Cie d’Exploitation et de Colonisation des Landes de Bordeaux , Paris , 1834 (1.000/1.300)

Mercedes Company Ltd., London , 1904 (1.000/1.100)

Svenska Osz-Indiska Co., Stockholm, 1782 (1.500/2.200)

Danske West-Indiske og Guineiske Compagnie, Kopenhagen, 1734 (3.250)

La Real Comp. de Comercio Establecida en Barcelona , 1759 (1.250/1.600)

Badische Zink-Gesellschaft AG, Mannheim, 1858 (800/1.100)

Berliner Brod-Fabrik, 1858 (10.000/10.000)

Marienberger Silberbergbau-Gesellschaft, 1868 (1.500/1.600)

Berliner Union AG für Eisengießerei und Maschinen-Fabrikation, 1872 (1.600/1.600)

Berliner Vulcan Eisengießerei u. Maschinenfabrik für Eisenbahn- u. Bauwesen, 1872 (1.250/1.250)

Elbinger AG für Fabrication von Eisenbahn-Material, Berlin, 1871 (6.000/6.000)

Actien-Brauerei Mittweida, 1900 (1.500/1.800)

Berliner Sportpark-Gesellschaft, 1897 (4.000/4.200)

Frankenholzer Kohlenbergbau-Unternehmen, Zweibrücken, 1879 (1.250/1.250)

Heilbronner Gewerbebank, 1896 (800/1.100)

Salzwedeler Kleinbahn GmbH, 500 M, 1902 (1.200/1.300)

Salzwedeler Kleinbahn GmbH, 1.000 M, 1902 (1.400/1.400)

Stettiner Strassen-Eisenbahn-Ges., 1885 (1.500/1.750)

 

Nicht zugeschlagen wurden:

Milford & Mataromas Railroad, Pennsylvannia, 1871 (1.200)

Danske West-Indiske og Guineiske Compagnie, Kopenhagen, 1734 (3.250)

Brigg Schiff Providentia, Rostock, 1850 (1.000)

Chemische Fabrik von Maerklin et Comp., Freudenstadt, 1831 (1.300)

Dortmunder Bergbau- und Hütten-Gesellschaft, 1857 (1.500)

Perpetuum Mobile, Augsburg, 1849 (1.900)

Actien-Baugesellschaft Mülheim a.d.Ruhr, 1873 (1.500)

Allianz-Versicherungs-AG, Berlin, 1890 (1.500)

Deutsch-Überseeische Electrizitäts-Gesellschaft, Berlin, 1906 (2.500)

Nationale Paroid-Werke Studien-Gesellschaft, Berlin-Reinickendorf, 1914 (1.600)

Schleppschiffahrtsgesellschaft Unterweser, Bremen, 1890 (4.500)

 

Nicht aufgerufen, Ergebnis daher nicht bekannt:

Great Cariboo Gold Co., South Dakota , 1909 (Ausruf 1.200)

Southern Trans-Continental Railroad Memphis , El Paso & Pacific Railroad, Philadelphia , 1868 (1.000)

Essen-Arenberger Bergbau-Gesellschaft, 1856 (2.500)

Böhmisches Brauhaus Commandit-Gesellschaft auf Actien A. Knoblauch, Berlin, 1873 (1.500)

Deutsche Pulverfabriken AG zu Rönsahl und Waldsrode, 1873 (1.000)

Bremer Vulkan Schiffbau und Maschinenfabrik, Bremen-Vegesack, 1900 (1.000)

 

Die Veranstalter dürften zufrieden sein, haben sie doch 21 Stück über 1.000 Euro platziert und damit alleine netto 46.000 Euro Zuschlagssumme erzielt. Ein gutes Ergebnis für Berlin in diesen Zeiten. Meine Schätzung knapp 40% des Gesamtausrufs erreicht und auch Lose zugeschlagen. Abgerundet wurde das Ganze durch einen kleinen Basar, der wohl besonders für die ausländischen Händler gute Geschäfte brachte.  

So konnte man am Ende von einer gelungenen Veranstaltung sprechen, klein aber fein und durchaus erfolgreich. Besonders da der lange Schatten BARoV über dem deutschen Markt liegt und das führt mit der neuerlichen Konjunkturflaute zu sehr zögerlichem Kaufverhalten. Wer kann es den Sammlern verdenken. Schließlich möchte niemand heute viel Geld für ein Stück bezahlen, dass im nächsten Jahr, wenn es denn in der nächsten BARoV-Auktion auftaucht , für einen Bruchteil des Preises zu bekommen ist. So werden wir wohl noch etwas warten müssen, bis besonders die seltenen Reichsmarkpapiere ihre Käufer wieder finden. Trotzdem sollten die „Freunde“ und alle anderen Marktteilnehmer weiter daran arbeiten mehr Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, denn auch bei der Berliner Veranstaltung waren neue Gesichter die große Ausnahme.