FLENSBURGER DAMPFERCOMPAGNIE

Mit dem Eintritt des ältesten Sohnes des Gründers Hermann Schuldt in das Unternehmen im Jahre 1896, wurde aus der OHG die Aktiengesellschaft Flensburger Dampfercompanie . Deren Vorteil gegenüber der bewährten Partenreederei bestand darin, innerhalb der AG Schiffe an- und verkaufen zu können, ohne Firmen liquidieren zu müssen, sowie eine Risikostreuung herbeizuführen, in der erfolgreichere Schiffe andere auffangen konnten. Das Grundkapital betrug 400.000 Mark und wurde zu über 95 % von Heinrich und Hermann Schuldt gehalten.

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Kapitalentwicklung Kapital
   
1896 gegründet mit 400.000 Mark 400.000 Mark
1896 erhöht um 1.100.000 Mark     1.500.000 Mark
1898 erhöht um 500.000 Mark 2.000.000 Mark
1899 erhöht um 1.000.000 Mark 3.000.000 Mark
1911 herabgesetzt durch Zusammenlegung im Verhältnis 3 : 2  2.000.000 Mark
1918 erhöht um 2.000.000 Mark 4.000.000 Mark
1919 erhöht um 2.000.000 Mark 6.000.000 Mark
1922 erhöht um 12.000.000 Mark 18.000.000 Mark
1924 umgestellt auf Reichsmark im Verhältnis 10:1 1.800.000 Reichsmark
1930 durch Fusion mit der Ozean Dampfer AG erhöht um 1.800.000 Reichsmark 3.600.000 Reichsmark
1931 herabsetzung durch Zusammenlegung im Verhältnis 3 :2 2.400.000 Reichsmark 
1932 herabgesetzt durch Zusammenlegung im Verhältnis 2 :1  1.200.000 Reichsmark

Im Laufe der Jahre folgten diverse Kapitalmaßnahmen, aber die Gesellschaft musste sich auch immer wieder neuen politischen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Veränderungen anpassen. Eine der wohl markantesten Anpassungen, war die Verlegung des Firmensitzes nach Hamburg am 1. Mai 1933. Bedingt durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals und die Abtretung Nord-Schleswig an Dänemark, verlor der Hafen in Flensburg immer mehr an Bedeutung. Der Markt verlagerte sich immer stärker nach Hamburg, so dass die Verlegung eine wahrscheinlich bedauerliche, aber unter wirtschaftlichen Aspekten richtige Entscheidung war.

Die Geschichte der Flensburger Dampfercompagnie als Aktiengesellschaft endete in den Jahren 1938/39. Die Gesellschaft wurde entsprechend einem Beschluss der Hauptversammlung vom 22.12.1937 in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt und in  Flensburger Dampfercompagnie Harald Schuldt & Co. umbenannt.

Wie alle anderen großen und kleinen Krisen, verkraftete das Unternehmen auch den 2. Weltkrieg und die Folgen. Es firmiert unter Norddeutsche Reederei H. Schuldt und ist bis heute in der Trampschifffahrt tätig. Auf der Homepage finden Sie übrigens noch viel mehr zur Geschichte der Reederei. Alte Aktien der Gesellschaft sind extrem selten, da die meisten der Aktien in Familienbesitz waren und offensichtlich bisher auch blieben.