STADER RHEDEREI-GESELLSCHAFT FUER DIE BARK AMAZONE
Die unterzeichnete Actien-Gesellschaft lässt durch Schiffsbaumeister F.W.Dircks in Wittenberge im Holsteinischen laut Contracts de dato Stade, den 3. Januar 1857 ein Barkschiff bauen von 116 Fuss Länge im Kiel, 28 1/2 ' Breite über die Aussenseite der Inhölzer und 14 1/2 ' Tiefe von der Bauchdiele schnurrecht bis unterm Leibholz, um damit Rhederei Geschäft zu betreiben.
So steht es im § 1 der Statuten der Gesellschaft, die mit einem Kapital von 35.000 Talern gegründet wurde. In 70 Aktien zu je 500 Talern eingeteilt fanden sich 21 mutige Aktionäre. Eine illustre Gesellschaft übrigens, denn darunter waren neben dem Bürgermeister und dem Landrat, natürlich Kaufleute aber auch ein Amtsrichter, ein Tuchhändler, ein Apotheker, ein Lederhändler, ein Theologe, ein Mediziner und sogar ein Buchhändler. Sie wählten 3 aus ihrer Mitte zum Vorstand und gründeten eine Gesellschaft, die ihrem Geschäftsführer 20 Taler und den beiden Assistenten je 10 Taler jährlich zur Dividende zusätzlich vergütete.
Die Bark konnte anderen Quellen nach 209 Last (etwa 420 t) tragen, war für 1 Kapitän und 13 Mann ausgelegt und war kupferfest und gekupfert, was für eine gute Qualität spricht, die man für einen vorgesehenen Einsatz in tropischen Gewässern brauchte. Das entspricht auch Unterlagen, nach denen die Bark von Manila mit Hanf und Zucker nach Sydney und Melbourne und von Futschau (Taiwan) mit Tee nach London unterwegs war.
Ob diese jährlichen Vergütungen überhaupt gezahlt wurden, bleibt genauso unklar wie der Verbleib des Schiffs. Die letzten Aufzeichnungen die Bark betreffend beziehen sich auf das Jahr 1867.