Schiffsanteile an Stahlschraubendampfern

Schiffsanteile sind wohl so alt wie die Transportschifffahrt überhaupt, egal ob Anteile an einem Briggschiff oder an einem Dampfschiff die Gründe waren die gleichen. Während die großen Reeder genügend Kapital hatten oder es sich beschaffen konnten, um bei Bedarf neue Schiffe zu kaufen und zu betreiben, mussten kleine Reedereien aufgrund der nicht unerheblichen Risiken andere Wege zur Finanzierung finden. So entstand ein "Beteiligungssystem", das ein Schiff in Anteile (Parten) aufteilte, die an die Kapitalgeber verkauft wurden. Dieses System reduzierte den Kapitaleinsatz des Reeders, sicherte ihm einen festen Ertrag und minderte das Risiko durch die Kapitalbeteiligung Dritter.

Schiffsparten waren im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen nicht unbedingt mit einem Nennwert versehen, da wenn auch selten, manchmal auch der Neubau von Schiffen so finanziert wurde. In diesem Fall kam zu den üblichen Risiken auch noch die Unsicherheit über den endgültigen Anteilspreis. In der Regel wurde daher ein Schiff gekauft und der Kaufpreis in Parten zu 500 oder 1000 Mark geteilt.

Der Betreiber des Schiffes war der von allen Mitreedern gewählte Korrespondentreeder. Er war sozusagen der Geschäftsführer und besaß die Befugnis alle Handlungen vorzunehmen, die der Betrieb einer Reederei erfordert. Dies waren z.B. die Erhaltung des Schiffs, die Einstellung des Kapitäns oder die Versicherung der Fracht. Meist war der Korrespondentreeder am Schiff beteiligt und erhielt zusätzlich für die Abwicklung der Geschäfte eine im Reederei-Vertrag festgelegte Provision. Nach Abzug dieser Provision wurde dann der erwartete Gewinn unter allen Mitreedern entsprechend ihren Anteilen aufgeteilt. Wurde kein Gewinn erwirtschaftet gingen die Eigentümer leer aus oder mussten sogar zuzahlen. Ging eine Schiff verloren so waren, wenn die keine Versicherung bestand, auch die Anteile verloren.

Die Gesellschaftsform der (Parten)Reederei ist heute selten geworden, wird aber immer noch im HGB §§ 489 ff. geregelt. Danach haftet auch heute noch jeder Eigentümer uneingeschränkt, entsprechend seinem Anteil an den entstandenen Forderungen und Verbindlichkeiten. Wenn ein Mitreeder auf die Rechte aus seinem Anteil verzichtet, so haftet er trotzdem für die bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen Verbindlichkeiten. Der Anteil wird, wenn kein anderer Eigentümer eintritt, unter den anderen Mitreedern entsprechend deren Anteil aufgeteilt. 

Schiffsparten müssen ins Schiffsregister eingetragen werden. Daraus schon ergibt sich schon fast, dass Schiffsparten nicht börsennotiert waren und sind. Das Wesen dieses Wertpapiers kann man daher am ehesten als objektbezogener Anteil an einer Personengesellschaft bezeichnen. 

Nun zu den Stahlschraubendampfer, sie sind die Vorgänger der Kümos oder Schiffe im Feederdienst gewesen. Ihre Fahrgebiete waren die Nord- und Ostsee, der engl. Kanal, die norw. Küste bis ins Weiße Meer und die Biscaya mit den angrenzenden port. und span Küsten. Sie transportierten Holz, Kohle, Eisenerze, kleine Partien Getreide und Stückgut. Der Vorteil dieser Schiffe lag darin, dass sie auch kleine Häfen anlaufen konnten und kleine Ladungspartien wirtschaftlich bedient werden konnten.